Entwickelt wurde die Spritzhilfe "Pen" im Jahr 1985, um die
Durchführung der intensivierten Insulintherapie zu erleichtern. Das Neue am
"Pen" (englisch für Füllfederhalter) war, dass er eine Insulinpatrone
enthielt, aus der durch Betätigung eines Druckknopfs die gewünschte
Insulin-Dosis abgegeben wurde.
Die Pens sind mit einer ganz dünnen Injektionsnadel versehen. Mit
Hilfe der Dosiervorrichtung wird die entsprechende Insulinmenge
eingestellt - das Aufziehen einer Spritze aus der Insulinampulle ist dabei
überflüssig. Pens werden nicht im Kühlschrank aufbewahrt und sind auch ideal
für unterwegs. Bei aller Flexibilität sollten sie aber nicht extremen
Temperaturen (Hitze und Kälte) ausgesetzt werden.
Die Aufbewahrung der Pens im Kühlschrank ist nicht empfehlenswert, da
es durch die Kälte zu einer Volumenreduzierung, bzw. bei Erwärmung zu einer
Volumenausdehnung kommen kann. Dies hat ein Nachziehen von Luft zu Folge.
Die Vielfalt ist groß
Inzwischen ist eine kaum noch zu übersehende Vielfalt unterschiedlich
ausgestatteter Injektionshilfen auf dem Markt. Jeder, der auf Insulin
angewiesen ist, kann heute ein auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Gerät
finden. Die Einmalspritzen (U40) wurden dadurch weitgehend verdrängt - etwa
90 Prozent der insulinspritzenden Menschen mit Diabetes mellitus in
Deutschland nutzen heute Pens. Die Voraussetzung ist, dass entsprechend
vorgefüllte Ampullen/Patronen für einen Pen verfügbar sind. Diese gibt es
fast ausschließlich in der Konzentration U100 (das heißt in 1 ml befinden
sich 100 Internationale Einheiten Insulin).
Die intensivierte Insulintherapie, die eine Injektion von schnell wirkendem Insulin vor allen Hauptmahlzeiten vorsieht, begann Mitte der
80er-Jahre die konventionelle Therapie (mit täglich nur zwei Injektionen) zu
verdrängen. Der Pen wurde schnell zum unverzichtbaren Bestandteil der
intensivierten Insulintherapie.
Das Angebot an Insulin-Pens ist vielfältig. Jeder Hersteller möchte
hier seine Ideen verwirklichen. Elegant, klassisch, metallic, knalligbunt -
in vielen Farben und Formen sind sie zu haben. Welcher Pen der beste ist,
kann jedoch niemand sagen.
Hier muss die Antwort lauten: Wie so oft im Alltag, jeder entscheidet
selbst, was ihm gefällt. Dem einen ist die Farbe wichtig, der nächste möchte
einen möglichst kleinen Pen haben, der dritte achtet mehr auf Technik oder
Elektronik und der übernächste mehr auf den Dosierknopf, auf Einfachheit,
wenig Technik und hohen Sicherheitsfaktor. Somit wird klar: Es gibt nicht
den Pen für den Anwender.
Vorteile des Pens:
Mit dem neuen Gerät ist es möglich, sich an jedem Ort eine Injektion
zu geben - unauffällig und ohne Aufziehen des Insulins in die Spritze. An
die jeweiligen Insulinflaschen muss nicht gedacht werden, im Pen ist alles
bereits perfekt vorbereitet. Er ist praktisch, unauffällig und lässt sich
leicht bedienen, sodass die Insulingabe in der Öffentlichkeit nur ein
geringes Problem darstellt. Das Risiko für fehlerhaftes Aufziehen des
Insulins, das insbesondere bei älteren Menschen auftreten kann, wird
vermindert, wodurch sich eine Unabhängigkeit von fremder Hilfe ergibt. Die
genannten Gründe können auch zu einer besseren Blutzuckereinstellung führen.
Die Patronen reichen für ca. ein bis zwei Wochen, in Abhängigkeit vom
täglichen Insulinbedarf. Alle Pen-Patronen enthalten U100-Insuline. Zu den
Pens gehören die jeweiligen aufschraubbaren Insulinkanülen (=Nadeln), die
ebenso wie Insulinspritzen - bei sachgemäßem Gebrauch - wegen der
desinfizierenden Wirkung der Insulinzusätze mehrfach (drei- bis fünfmal)
verwendet werden können (Quelle: Insulinausschuss der DDG, 1999). Bei
sichtbarer Beschädigung, zum Beispiel defekter Spitze oder schiefer Nadel,
sollten Sie das Material jedoch sofort wechseln! So vermeiden Sie, dass
kleinste Verletzungen das Gewebe schädigen.
Es ist nur sinnvoll, einen Pen zu verwenden, wenn man ihn regelmäßig
benutzt. Angebrochene Insulinpatronen sollten nicht länger als vier Wochen
in Gebrauch sein, danach ist die Wirkung des enthaltenen Insulins nicht mehr
gewährleistet.
Die Pens werden vom Arzt oder von der Ärztin verschrieben, sowie im
Rahmen einer strukturierten Diabetiker-Schulung abgegeben.