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| Differentialdiagnose | Erörterung bzw. Abgrenzung der verschiedenen Krankheiten, die als Ursache für eine Gesundheitsstörung, bzw. vorliegende Krankheitszeichen (Symptome) in Frage kommen. Beispiel: als Symptom werden Schmerzen in der Magengegend angegeben. Als Ursache kommen mehrere Störungen in Betracht: Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, Magenschleimhautentzündung, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse usw. Die Aufzählung und Erörterung dieser verschiedenen Krankheiten, die alle das Symtpom "Schmerzen in der Magengegend" machen könnten, nennt man Differentialdiagnose.
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| Digestivum | Die Verdauung anregendes Mittel.
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| Diuretikum | (Mehrzahl Diuretika) Harntreibendes Medikament zum Ausschwemmen von unerwünschten Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), z.B. bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Aufgrund ihrer Fähigkeit zur verstärkten Ausscheidung von Natrium werden Diuretika auch zur Blutdrucksenkung verordnet.
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| Diät | Besondere Kost und Ernährungsform, die je nach Zielrichtung verschiedenen Gesundheitsstörungen Rechnung tragen will. Es gibt vielfältige Diätformen. Durch die Diabetesdiät wird die Kohlenhydrataufnahme geregelt. Reduktionsdiät ist kalorienvermindert und soll helfen Gewicht zu reduzieren. Fettarme Diät wird bei Fettstoffwechselstörungen verordnet.
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| Doppelentleerung | Gemeint ist die Doppelentleerung der Harnblase. Gelegentlich bereitet es Schwierigkeiten, hohe Nüchternblutzuckerwerte bezüglich ihrer Ursache exakt zu beurteilen. Morgendlich hohe Blutzuckerwerte können sowohl Folge eines Insulinmangels während der Nacht sein, aber auch reaktiv nach durchgemachter Unterzuckerung im Rahmen der sogenannten Gegenregulation entstehen. Die Unterscheidung beider Ursachen ist aber für die weitere Behandlung sehr wichtig, da in dem einen Fall die abendliche Insulindosierung erhöht, nach Unterzuckerung aber reduziert werden müßte. Für den Fall, daß die Symptome nicht eindeutig auf Unterzuckerung hindeuten, bietet die Doppelentleerung der Blase zusätzlich Entscheidungshilfe. Sie wird folgendermaßen durchgeführt. Im Abstand von 60 Min. wird die Harnblase entleert und eine Harnzuckerkontrolle durchgeführt. Liegt ein Insulinmangel vor, so ist meist der Harnzuckergehalt der ersten Urinproben genau so hoch wie der, der zweiten. Im Falle einer vorausgegangenen Unterzuckerung, enthält die erste Harnportion in der Regel meist deutlich weniger Zucker als die zweite.
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| Dusk-Phänomen | (engl. dusk = Abenddämmerung) Blutzuckeranstieg am späten Nachmittag. Die Ursachen für das Dusk-Phänomen entsprechen denen für das Dawn-Phänomen: eine verstärkte Ausschüttung von blutzuckersteigernden Hormonen sowie eine Verringerung der Insulinempfindlichkeit des Körpers. Im Unterschied zum Blutzuckeranstieg in den Morgenstunden ist das nachmittägliche Dusk-Phänomen nicht so stark ausgeprägt.
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| EEG | (Elektroencephalogramm) Ableitung der Hirnströme.
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| Einheit (E) | Definiertes Maß eines Wirkstoffes (z.B. eines Medikamentes) als vergleichbare Bezugsgröße. Insulin ist eines der Medikamente, dessen Dosierung in Einheiten angegeben wird. Die Abkürzung I.E. (oder englisch I.U.: U = unit = Einheit) bedeutet "Internationale Einheit", womit ausgedrückt werden soll, daß Einheit in allen Ländern gleich definiert ist. Der Begriff I.E. darf nicht als Mengenangabe verstanden werden. In Abhängigkeit von der Konzentration kann z.B. 1 ml Insulin 40 E oder aber auch 100 E enthalten. Die sog. "40er" Insuline (1 ml = 40 I.E. Insulin) sind in Deutschland weit verbreitet, in den angloamerikanischen Ländern sind die "100er" Insuline (1 ml = 100 I.E. Insulin) gebräuchlicher. Damit sofort erkennbar wird, welche Insulinkonzentration vorliegt, enthalten alle Packungen folgende Aufdrucke: U 40 bedeutet, es handelt sich um ein Insulin, das 1 ml 40 E enthält. Entsprechend enthält U 100 in 1 ml 100 E.
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| Ejakulation, retrograde | Unter Ejakulation versteht man den Samenausstoß des Mannes. Die retrograde Ejakulation ist eine Störung, bei der der Samen nicht nach außen, sondern "rückwärts" (retrograd) in die Harnblase abgegeben wird. Ursache ist eine Störung des Blasenschließmuskels z.B. im Rahmen diabetischer Nervenveränderungen (Neuropathie). Patienten mit retrograder Ejakulation sind unfruchtbar (infertil), d.h. nicht in der Lage, Kinder zu zeugen.
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| EKG | (Elektrokardiogramm) Kurve der Herzströme. Voraussetzung für eine geregelte Herztätigkeit ist das Entstehen bioelektrischer Aktivitäten, die ihrerseits regelmäßig Herzaktionen hervorrufen. Die Kurve, die beim Ableiten dieser Ströme entsteht, heißt Elektrokardiogramm (EKG). Aus ihr lassen sich wertvolle Rückschlüsse über die Herztätigkeit (z.B. Rhythmusstörungen) ziehen.
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| Endokrine Organe | Organe, welche die von ihnen gebildeten Stoffe (Hormone) nicht nach außen (z.B. in den Darm) sondern direkt in die Blutbahn abgeben. Endokrine Organe sind z.B. Schilddrüse, die Hirnanhangdrüse (= Hypophyse) und auch die Inselzellen, die ihre Produkte (u.a. Insulin) unmittelbar an die Blutgefäße abgeben.
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| Enteropathie | Erkrankungen der Magen-Darmschleimhaut.
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| Enzyme | Eiweißkörper, die für die Steuerung biochemischer Reaktionen unabdingbar notwendig sind. Enzyme fördern oder hemmen eine Vielzahl von biochemischen Abläufen im Organismus und wirken dadurch steuernd.
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| Epidemiologie | Wörtlich übersetzt bedeutet Epidemiologie "Lehre von den Seuchen", womit nur ein ganz geringer Teil des Aufgabenbereiches der Epidemiologie erfaßt wird. Vielmehr versteht man unter Epidemiologie die Wissenschaft, die Krankheiten im Hinblick auf ihre Häufigkeit, ihre Verteilung in der Gesamtbevölkerung, ihre Zuordnung zu bestimmten Bevölkerungsgruppen (z.B. Berufsgruppen) beobachtet. Aus der Arbeit der Epidemiologen lassen sich z.B. Rückschlüsse ziehen, welche Bevölkerungsgruppen für bestimmte Krankheiten besonders anfällig sind (sogenannte Risikogruppen). Somit ergeben sich auch Möglichkeiten Vorbeugungsmaßnahmen gezielt zu treffen. Als Beispiel mag die derzeit wohl aktuellste Erkrankung "Aids" dienen. Die Aufgaben der Epidemiologen ist es zu beobachten, in welchen Teilen der Bevölkerung diese Erkrankung auftritt, wie sie sich verbreitet und auch wie sie an Häufigkeit zunimmt.
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| Ersteinstellung | Behandlungsbeginn einer neuentdeckten Diabeteserkrankung.
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| Erwachsenendiabetes | Heute seltener gebrauchte Ausdrucksform für den Typ-2-Diabetes. Es handelt sich dabei um eine in der Regel nicht insulinabhängige Diabetesform, die bis auf ganz wenige Ausnahmen (Mody-Diabetes) nur Erwachsene betrifft.
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| Erwerbsunfähigkeit | Erwerbsunfähig ist ein Versicherter, der in Folge von Krankheit oder anderen Gebrechen oder von Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte auf nicht absehbare Zeit eine Erwerbsfähigkeit in gewisser Regelmäßigkeit nicht mehr ausüben oder nicht mehr als nur geringfügige Einkünfte durch Erwerbstätigkeit erzielen kann.
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| Exsikkose | Austrocknung des Körpers bei Flüssigkeitsmangel infolge verminderter Flüssigkeitszufuhr bzw. übermäßigem Flüssigkeitsverlust. Ursache einer Exsikkose bei einem Diabetiker ist in der Regel eine schlechte Diabeteseinstellung. Die Exsikkose entsteht hierbei durch einen übermäßigen Wasserverlust über die Niere, da eine gesteigerte Glucoseausscheidung als Folge der schlechten Diabeteseinstellung zwangsläufig auch zu einer gesteigerten Wasserausscheidung führt.
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| Exsudate | (harte, weiche), (lat.: Absonderung, Ausscheidung) Im medizinischen Sprachgebrauch versteht man unter Exsudat normalerweise Flüssigkeit, die bei Entzündungen "ausgeschwitzt" wird (z.B. bei Rippenfellentzündung). In der Augenheilkunde hat der Begriff eine etwas andere Bedeutung. Er wird in Verbindung mit den Eigenschaftswörtern hart oder weich benutzt, um charakteristische Veränderungen am Augenhintergrund zu beschreiben. Exsudate treten z.B. im Rahmen diabetischer Augenhintergrundsveränderungen (diabetische Retinopathie) auf. Unter harten Exsudaten versteht man Ablagerungen von Fettstoffen in der Netzhaut, die sich weißlich und scharf-begrenzt darstellen und damit "hart" wirken. Man findet sie meist bei älteren Diabetikern. Bei Jugendlichen sind sie eine Seltenheit. Die weichen Exsudate sind unscharf-begrenzt und wirken dadurch "weich". Es handelt sich um Verquellungen von Nervenfasern, die meist bei Bluthochdruck, seltener bei Diabetes auftreten.
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| Fertilität | (Fruchtbarkeit) Gemeint ist die Fähigkeit des Mannes Kinder zu zeugen, bzw. der Frau schwanger zu werden.
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| Fett | Chemisch handelt es sich bei Fett um eine Verbindung von Glycerin und Fettsäuren. Fett ist als Nahrungsbestandteil ein wichtiger Kalorienlieferant und hat im Organismus eine Fülle von Funktionen: Energiebevorratung und Energiebereitstellung (1 g Fett liefert 9,3 kcal.), Wärmeisolation usw. Eine der herausragenden Funktionen des Körperfettes ist die eines Energiedepots: in Zeiten von Überernährung wird vermehrt Fett gespeichert, wobei nicht nur das mit der Nahrungsaufnahme aufgenommene Fett in die Speicher gelangt, sondern auch im Übermaß aufgenommene Kohlenhydrate in Fett umgewandelt und gespeichert werden. Umgekehrt wird bei vermindertem Kalorienangebot Depotfett abgebaut und als Energiereserve benutzt. Eine besondere Situation ist bei Insulinmangel gegeben. Hierbei kann die vorhandene Glukose nicht als Energieträger genutzt werden. In diesem Falle bedient sich der Organismus seines Depotfetts als Energieträger. Verstärkter Abbau von Fett führt auch zu einem verstärkten Anfall der Fettabbauprodukte wie Ketonkörper (z.B. Aceton).
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| Fettleber | Leber mit erhöhtem Fettgehalt durch vermehrte Fettspeicherung in den Leberzellen. Die Leber neigt unter dem Einfluß schädigender Substanzen (Alkohol, Medikamente) sowie bei Vorhandensein bestimmter Stoffwechselerkrankungen (wie Diabetes) zu vermehrter Leberzellverfettung. Die Entstehung einer Fettleber bei Diabetes wird vor allem durch eine schlechte Diabeteseinstellung, aber auch durch gleichzeitiges Vorliegen von Übergewicht begünstigt.
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| Fettsucht | (= Adipositas) Deutliche Vermehrung des Fettgewebes und dadurch bedingtes Übergewicht. Die Fettsucht ist in den seltensten Fällen Folge einer "gestörten Drüsentätigkeit", womit eine übermäßige Hormonbildung gemeint ist. In der Regel ist sie durch eine überhöhte Kalorienzufuhr bedingt. Zweifellos besteht bei der Neigung zu Übergewicht in manchen Familien ein erblicher Faktor (der Volksmund spricht von "guten und schlechten Futterverwertern"), daher sollte bei familiärer Neigung frühzeitig auf das Körpergewicht geachtet werden. Übergewicht ist eine ganz wesentliche Ursache für die Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2. Warum dies so ist, ist bislang nicht eindeutig geklärt.
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| Fettsynthese | Aufbau körpereigener Fette aus den hierzu erforderlichen Grundbestandteilen.
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| Fettsäuren | Wichtiger Bestandteil der Fette. Fettsäuren sind Kohlenstoffverbindungen, die zur Bildung der Fette mit Glycerin reagieren: je nach der chemischen Formel werden gesättigte und ungesättigte Fettsäuren unterschieden. Ungesättigte Fettsäuren kommen in pflanzlichen Fetten in höherer Konzentration vor als in tierischen. Essentielle Fettsäuren sind solche, die der Säugetierorganismus nicht selber herstellen kann und somit von außen zugeführt werden müssen. Enthält die Nahrung die essentiellen Fettsäuren nicht in ausreichender Menge (eine solche essentielle Fettsäure ist z.B. Linolsäure), so kommt es zu Mangelerscheinungen.
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Glossary V2.0 |