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Diabetes - Wörterbuch
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Begriff Definition
Soor= Pilzerkrankung, hervorgerufen durch Candida. Ort des bevorzugten Auftretens ist die Mundhöhle, aber auch die Scheide.
 
Spirale= Intrauterinpessar. In die Gebärmutter eingelegter Fremdkörper in spiraliger Form, meist aus Kunststoff bestehend. Dient der Schwangerschaftsverhütung in dem er die Einnistung des Eies in die Schleimhaut der Gebärmutter verhindert. Die Möglichkeit des Eintretens einer Schwangerschaft trotz Anlage einer Spirale liegt knapp unter 1%.
 
Spritz-Eß-Abstand (SEA)Zeitlicher Abstand von Setzen der Insulinspritze bis zum Beginn der nachfolgenden Mahlzeit. Variationen des Spritz-Eß-Abstandes können zu einer Verbesserung der Diabeteseinstellung ohne Veränderung der Insulindosis genutzt werden. Eine Verlängerung des Eß-Spritz-Abstandes hat zur Folge, daß die zum Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme bereits einsetzende Insulinwirkung einen zu starken Blutzuckeranstieg verhindert. Diese Variante empfiehlt sich somit bei erhöhten Blutzuckerwerten vor der Mahlzeit. Demgegenüber kann die Verkürzung des Spritz-Eß-Abstandes zu einem Blutzuckeranstieg führen, da die Blutzuckerwirksamkeit der aufgenommenen Nahrung zeitlich vor der Insulinwirkung auftritt. Eine Verkürzung des Eß-Spritz-Abstandes empfiehlt sich somit bei niedrigen Blutzuckerwerten vor den Mahlzeiten.
 
SpurenelementeNur in geringen Mengen im Organismus vorkommende Substanzen, die für viele Stoffwechselvorgänge unentbehrlich sind. Zu den Spurenelementen zählen z.B. Kupfer, Eisen, Zink, Selen usw.
 
SpätkomplikationenErst nach langjähriger Diabetesdauer auftretende Organschäden. Die typische Spätkomplikation des Typ-1-Diabetes ist die Mikroangiopathie, mit deren verschiedenen organtypischen Spielarten (Nephropathie, Retinopathie und Neuropathie, siehe jeweils dort). Der typische Spätschaden des Typ-2-Diabetikers ist die Makroangiopathie (siehe dort). Es handelt sich dabei um eine gegenüber Nicht-Diabetikern vorzeitig und verstärkt eintretende Gefäßverkalkung.
 
STH= somatotropes Hormon (Somatotropin) = Wachstumshormon (siehe dort).
 
StimmgabeltestTest zur Prüfung der Vibrationswahrnehmung. Die Testung mit der neurologischen Stimmgabel stellt einen praktisch wichtigen Suchtest zur Früherfassung einer diabetischen Nervenschädigung dar. Untersucht wird, indem die schwingende Stimmgabel an verschiedenen Stellen des Fußes (Knöchel, Großzehengrundgelenk, Großzehenspitze) und zum Vergleich am Handgelenk aufgesetzt wird. Der Untersuchte gibt an, wann er die Schwingung nicht mehr spürt. Auch bei spätschädenfreien Diabetikern sollte als Routineuntersuchung einmal pro Jahr der Stimmgabeltest durchgeführt werden.
 
StoffwechselentgleisungenVerschlechterung der Stoffwechsellage mit Blutzuckeranstieg und unter Umständen Auftreten einer Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose). Ursache ist meist ein Insulinmangel (zu niedrige Dosis bei erhöhtem Bedarf, z.B. bei Fieber) oder auch Diätfehler.
 
Sulfonylharnstoffe(SH)Substanzen mit einer einheitlichen chemischen Gruppierung (Sulfonylstruktur) mit denen eine blutzuckersenkende Wirkung zu erreichen ist. Sulfonylharnstoffe können oral, d.h. als Tabletten eingenommen werden. Ihre Wirkung beruht in erster Linie in einer Stimulierung der Insulinfreisetzung aus den Inselzellen. Somit hat der Einsatz von Sulfonylharnstoffen nur Sinn, wenn weitgehend funktionsfähige Inseln vorhanden sind. Dies ist zumindest bei einem Teil der Typ-2-Diabetiker der Fall. Gänzlich sinnlos ist die Anwendung von Sulfonylharnstoffen bei Typ-1-Diabetikern, da hier davon auszugehen ist, daß funktionsfähige Inseln nicht mehr vorhanden sind. Noch umstritten und nicht eindeutig belegt ist die Wirkung der Sulfonylharnstoffe an Strukturen außerhalb der Inseln. Die wichtigste Beobachtung in diesem Zusammenhang wurde an Insulinrezeptoren (siehe dort), also den Insulinbindungsstellen gemacht. Hier scheint sich der Sulfonylharnstoff günstig auszuwirken. Allerdings ließ sich ein positiver Effekt nur bei Typ-2-Diabetikern erheben. Die derzeit wohl am häufigsten verwendete Substanz aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe ist das Gilbenclamid, das in verschiedenen Präparaten (Euglucon N, Gilbenclamid ratiopharm, Gilbenspuren N, Glucoredukt usw.) angeboten wird. Die Anwendung der Sulfonylharnstoffe beschränkt sich auf Typ-2-Diabetiker und zwar solche, die mit Diät alleine nicht ausreichend einzustellen sind. Keinesfalls sollten Tabletten als Diätersatz angesehen werden. Der wiederholte Nachweis von Aceton im Urin, der nicht auf Hungern zurückzuführen ist, deutet auf einen Insulinmangel hin und erfordert meist die Umstellung auf Insulin.
 
Symptom= Zeichen einer Erkrankung. So ist zum Beispiel ein vermehrter Durst oft ein Symptom für einen schlecht eingestellten Diabetes.
 
SüßstoffIm Grunde ist jede Substanz, die die Geschmacksempfindung "süß" vermittelt, ein Süßstoff. Im gängigen Sprachgebrauch engt sich der Begriff Süßstoff auf wenige, künstlich hergestellte Substanzen ein. Hierzu gehören u.a. Saccharin und Xylit (siehe dort), Cyclamat.
 
TagesbedarfPro Tag verwendete Gesamtmenge eines einzelnen Medikamentes (z.B. Insulin).
 
TagesprofilBlutzuckertagesprofil = Erfassung der Blutzuckerschwankungen im Tagesverlauf durch Bestimmung mehrerer Blutzuckerwerte zu unterschiedlichen Zeiten über den Tag verteilt.
 
TestosteronMännliches Hormon, das überwiegend im Hoden, in geringer Menge auch in den Nebennieren gebildet wird. Testosteron ist verantwortlich für die typisch männlichen Geschlechtsmerkmale.
 
TeststreifenMit einem Testfeld präparierter Kunststoffstreifen zum schnellen Nachweis bzw. zur annähernden Größenbestimmung bestimmter Substanzen (z.B. Eiweiß im Urin) ohne größeren apparativen Aufwand.
 
ThromboseUnnatürliche Gerinnung des Blutes innerhalb der Blutgefäße mit Bildung von Gerinnseln (Thromben). Thrombosen entstehen meist in den Venen, seltener in Arterien. Ursache ist oft eine Verzögerung des Blutflusses (z.B. bei Bettlägerigkeit), ferner eine gesteigerte Gerinnungstendenz sowie eine Verminderung der Fließeigenschaft des Blutes durch Eindickung (z.B. bei mangelhafter Flüssigkeitszufuhr oder verstärktem Flüssigkeitsverlust). Als Folge der Thrombose ist der Rückfluß des Blutes erheblich verzögert, so daß z.B. bei Beinvenenthrombosen Schwellungen und Schmerzen auftreten. Gefährlich wird die Thrombose dadurch, daß sich Gerinnsel aus dem Gesamtverband lösen können, mit dem Blutstrom zum Herzen wandern und von dort in andere Organe gelangen. Diesen Vorgang nennt man Embolie (z.B. Lungenembolie, Hirnembolie).
 
TIA Transitorisch ischämische Attacke. Neurologische Ausfallserscheinungen (Lähmungen, Sprachstörungen), die sich innerhalb von 24 Std. komplett zurückbilden. Nach einer TIA erleiden 35% der Patienten innerhalb der nächsten 4 Jahre einen kompletten cerebralen Insult (siehe dort). Daher sollte bei einer TIA möglichst nach den Ursachen geforscht und diese soweit wie möglich behandelt oder beseitigt werden.
 
TopinamburSonnenblumengewächs, dessen Knollen in Notzeiten zur Ernährung der Bevölkerung eingesetzt wurden. Topinambur wird fälschlicherweise eine blutzuckersenkende Wirkung nachgesagt. Tatsächlich führt es, wenn es als Gemüse genossen wird, nur zu einem geringen Blutzuckeranstieg, da der in der Knolle vorkommende Mehrfachzucker (Inulin) vom Menschen (abgesehen von der Aufschlüsselung kleiner Mengen im Darm) nur gering verstoffwechselt werden kann. Die vermeintliche Blutzuckersenkung durch Topinambur entspricht also in Wirklichkeit einem geringen Blutzuckeranstieg aufgrund der Unverdaulichkeit des Mehrfachzucker. Im commerziell erhältlichen Topinambursaft ist ein Teil dieses Mehrfachzuckers durch entsprechende Behandlung in die für den Menschen verstoffwechselbaren Zucker-Fruktose und Glucose im Verhältnis 5:1 umgewandelt.
 
TraumaSchädigung eines Organismus durch Einwirkung von außen, entweder im Sinne der körperlichen Verletzung (z.B. durch einen Schlag) oder der seelischen Schädigung (seelisches Trauma) z.B. durch die Krankheit eines nahestehenden Menschen.
 
Triglyceride= Unterfraktion der Fette. Triglyceride sind chemische Verbindungen des Glycerins, eines Alkohols mit Fettsäuren. Triglyceride spielen eine wichtige Rolle im Energiehaushalt: die Fette der natürlichen Nahrung bestehen überwiegend aus Triglyceriden, auch das Körperfett des Menschen, gedacht als Energiereserve, enthält zu 95% Triglyceride. Sie spielen ferner für die Diabeteseinstellung eine wichtige Rolle. Hohe Triglyceridspiegel, wie sie nach fettreichen Mahlzeiten zwangsläufig auftreten, vermindern unter Umständen die Insulinwirkung. Andererseits können hohe Triglyceridspiegel auch Folge eines Insulinmangels sein: Für das Einschleusen von Glucose in die Zelle ist das Vorhandensein von Insulin erforderlich. Steht Insulin nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, so ist sowohl die Glucose wie auch die Aufnahme der Fettsäuren aus den Triglyceriden in die Zelle vermindert. Als Folge steigen sowohl die Blutzucker- wie auch die Triglyceridwerte im Blut an.
 
Typ-1, Typ-2 (Diabetes mellitus Typ-1, TVon der WHO stammende Bezeichnung für den primären Diabetes. Bei primärem Diabetes entsteht die Zuckerkrankheit als eigenständige Erkrankung, im Gegensatz zu sekundärem Diabetes, bei dem eine andere Gesundheitsstörung (z.B. eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse) die Zuckerkrankheit hervorruft. Die Benennungen Typ-1 und Typ-2 haben die früher gebräuchlichen Begriffe jugendlicher oder juveniler Diabetes (heutige Bezeichnung Typ-1-Diabetes) und Altersdiabetes (heute Typ-2- Diabetes) abgelöst. Der Typ-1-Diabetes ist mit Ausnahme der Remissionsphase (siehe dort) absolut insulinbedürftig. Daher auch die Abkürzung IDDM (= Insulin dependent diabetes mellitus = insulinabhängiger Diabetes mellitus). Charakteristisch für den Typ-1-Diabetes ist das Auftreten der Erkrankung im jugendlichen Alter (aber auch ältere Erwachsene können an Typ-1-Diabetes erkranken), meist intensive Erstsymptome (starker Durst, Gewichtsabnahme), labile Stoffwechsellage mit schwankenden Blutzuckerwerten, Neigung zur Acetonausscheidung im Urin. Bezüglich seiner Entstehung spricht einiges dafür, daß es sich beim Typ-1-Diabetes um eine Autoimmunerkrankung handelt (möglicherweise ausgelöst durch einen vorangegangenen Virusinfekt). Bei Autoimmunerkrankungen bildet der Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gegen körpereigene Strukturen (in diesem Fall die Inselzelle). Für die These der Autoimmunerkrankung beim Typ-1-Diabetes sprechen eine Reihe von Fakten, so z.B. der Nachweis von Antikörper gegen Inselstrukturen. Derzeit laufen Untersuchungen, bei denen Diabetiker mit frisch entdeckter Stoffwechselstörung mit sogenannten immunsuppressiven Medikamenten behandelt werden. Diese Medikamente werden üblicherweise nach Organverpflanzungen zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen eingesetzt. Die Anwendung bei frisch entdecktem Diabetes zielt darauf ab, die weitere Zerstörung der Inselzelle durch körpereigene Antikörper zu bremsen. Die bisherigen Behandlungsergebnisse sind ermutigend (längeres Bewahren der noch vorhandenen Fähigkeit zur Insulinbildung). Die Therapie ist jedoch auch nebenwirkungsträchtig (Nierenschädigung). Der Typ-2- Diabetes ist ein völlig anderes Krankheitsbild. Seine Entstehung ist recht unklar, vermutet werden mehrere Ursachen: Funktionsstörung der Inselzelle, die auf den "Zuckerreiz" nur ungenügend reagiert, übermäßige Bildung von Insulin (Hyperinsulinismus) mit dem Ergebnis einer verminderten Insulinwirkung, Störung der Insulinrezeptoren (siehe dort). Eine wesentliche Rolle in der Entstehung des Typ-2-Diabetes spielen zweifellos Übergewicht und Überernährung. In Mangelzeiten (während der Weltkriege) waren Erkrankungen an Typ-2-Diabetes eine Rarität. Übergewicht zeigen auch weitaus die Mehrzahl von Patienten mit Typ-2-Diabetes. Erstes Therapiekonzept des Typ-2-Diabetes ist daher die Gewichtsnormalisierung. Damit erreicht man ein Absinken des krankhaft hohen Blutinsulinspiegels dieser Patienten mit der Folge einer erheblich verbesserten Insulinempfindlichkeit. Manche Übergewichtige "verlieren" nach Gewichtsreduktion ihren Diabetes. Auch von der klinischen Symptomatik besteht ein erheblicher Unterschied zum Typ-1-Diabetes. Der Typ-2 beginnt meist im mittleren und höheren Lebensalter. Er macht sich anfangs kaum bemerkbar, (oft Zufallsdiagnose). Die Stoffwechsellage ist in der Regel stabil. Typische Spätkomplikationen des Typ-2-Diabetes ist die Makroangiopathie, die vorzeitige Arteriosklerose.
 
Ulcus(Mehrzahl: Ulcera) = Geschwür = umschriebener Defekt einer inneren oder äußeren Oberfläche. Geschwüre (Ulcera) kommen an verschiedenen Organen vor: Ulcus ventriculi = Magengeschwür, Ulcus duodeni = Zwölffingerdarmgeschwür. Das Ulcus cruris, das Geschwür des Unterschenkels (= "das offene Bein") entsteht meist im Rahmen von Erkrankungen der Venen (Krampfadern) als Folge der dadurch bedingten Blutstauung.
 
UltraschallModernes risikofreies Untersuchungsverfahren. Es beruht auf der Aussendung von Ultraschallwellen aus einem Schallkopf und der unterschiedlichen Rücksendung dieser Wellen von den Organstrukturen. In der Inneren Medizin wird Ultraschall insbesondere zur Untersuchung der Bauchorgane (Abdomen-Sonographie), des Herzens (Echokardiographie) und des Blutstromes in den Gefäßen (Doppelsonographie) verwendet.
 
UnterzuckerAbsinken des Blutzuckers unter 50 mg/dl (siehe auch bei Hypoglykämie). Gegenmaßnahmen des Körpers mit dem Ziel ein weiteres gefährliches Absinken des Blutzuckerspiegels zu verhindern, führen zu typischen Symptomen von Seiten des vegetativen Nervensystems (Unruhe, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Heißhunger) sowie des Gehirns (Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Benommenheit bis zur Bewußtlosigkeit). Das Bemerken dieser Hypoglykämiesymptome erfordert die sofortige Zufuhr schnell resorbierbarer Kohlenhydrate (z.B. Traubenzucker). Bei sehr raschem Absinken des Blutzuckerspiegels z.B. bei sehr starker Insulinwirkung, können Hypoglykämiesymptome durchaus auch oberhalb des Wertes von 50 mg/dl bemerkt werden.
 
UrinstatusKontrolle des Urins auf das Vorhandensein verschiedener Substanzen wie Eiweiß, Glucose, Gallenfarbstoffe, Blut, weiße Blutkörperchen usw. Durch den Nachweis der Ausscheidung solcher Stoffe lassen sich Rückschlüsse auf Organerkrankungen ziehen.
 


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