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| Es sind 345 Einträge im Glossar. |
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| Mody | Maturity-Onset Type Diabetes in Young People = frühzeitiges Auftreten eines nicht insulinabhängigen Diabetes ("Erwachsenen-Diabetes") im Jugendalter. Normalerweise tritt der Diabetes im Jugendalter nur als insulinabhängiger Typ-1-Diabetes in Erscheinung. Sehr selten wird aber auch bei Jugendlichen das Auftreten von Typ-2-Diabetes, also des insulinunabhängigen Diabetes beobachtet. Eine dieser Formen ist der Mody-Diabetes, der in der Regel zumindest in der ersten Phase einen sehr milden Verlauf zeigt. Die Krankheitsdauer bis zur Insulinpflichtigkeit kann Jahrzehnte betragen. Zur Abgrenzung von anderen Formen des Typ-2-Diabetes mit Auftreten im Jugendalter ist für den Mody wichtig, daß er mit normalem Körpergewicht einhergeht und typischerweise vererbt wird. |
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| Monosaccharid | Einfacher Zucker, bestehend aus einer "Zuckereinheitv im Gegensatz zu den Disacchariden, die aus zwei Zuckereinheiten bestehen. Bekanntestes Monosaccharid ist die Glukose = (Traubenzucker). |
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| Mortalität | = Sterblichkeit. Im Hinblick auf eine bestimmte Krankheit bezeichnet der Begriff Mortalität die Rate an Todesfällen in Prozent im Bezug auf die Gesamtzahl der Erkrankungen. |
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| Mykose | Krankheit, die durch Pilze hervorgerufen wird. |
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| Myokardinfarkt | = Herzinfarkt. Infarkt bedeuet Untergang von Gewebe, im obigen Fall von Herzmuskelgewebe. Zu einem Herzinfarkt kommt es, wenn infolge eines plötzlich einsetzenden Verschlusses eines Herzkranzgefäßes (z.B. durch ein Blutgerinnsel) Teile des Herzmuskels nicht mehr mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt werden. Verursacht werden Myokardinfarkte meistens durch Verkalkungen der Herzkranzgefäße, da diese ihrerseits schon eine Verkleinerung des Gefäßquerschnittes mit einer Minderdurchblutung des Herzmuskels zur Folge haben. Durch eine Rauhigkeit der Oberfläche setzen sich kleine Gerinnsel (Thromben) in verkalkten Gefäßen wesentlich einfacher ab, als an glatten Gefäßwänden, woraus letztlich ein totaler Gefäßverschluß und damit ein Myokardinfarkt resultiert. |
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| Nephritis | Entzündung der Niere, die akut und chronisch verlaufen kann. Ursache einer Nephritis ist in den allermeisten Fällen eine bakterielle Infektion. |
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| Nephrogramm | Röntgenologische Darstellung der Niere durch in die Vene (intravenös) verabreichte und von der Niere ausgeschiedene Kontrastmittel. |
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| Nephrolithiasis | Nierensteinleiden. Unter bestimmten Bedingungen (z.B. beim Vorliegen einer Gicht sowie auch bei Nierenbeckenentzündungen) kommt es zur Ausbildung von kleinen Steinen, meist im Nierenbecken. Das Wandern dieser Steine in den Harnleiter führt zu schwersten Schmerzzuständen (Koliken). |
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| Nephrologie | Lehre von Funktion und Krankheiten der Niere. |
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| Nephropathie, diabetische | Der Begriff Nephropathie steht für Nierenerkrankungen. Unter diabetischer Nephropathie versteht man Veränderungen an den Nieren, die als sogenannte Spätkomplikationen nach jahrelanger Diabetesdauer entstehen und in der Regel beidseitig auftreten. Die diabetische Nephropathie ist kein klar definiertes Krankheitsbild, sondern die Summe unterschiedlichster Veränderungen, die im Gefolge der diabetischen Stoffwechsellage in den Nieren entstehen können: Entzündungen, Gefäßveränderungen, Erkrankungen des Filterapparates der Niere (= Glomerula). Wie alle Spätschäden ist die Entwicklung einer diabetischen Nephropathie abhängig von der Diabetesdauer, sowie ganz entscheidend auch von der Güte der Diabeteseinstellung: je besser die Zuckereinstellung, um so länger läßt sich die Entwicklung der diabetischen Nephropathie hinauszögern und unter Umständen ganz vermeiden. Ein wichtiges Zeichen für das Vorliegen einer Nephropathie ist der Nachweis einer Eiweißáusscheidung im Urin. Normalerweise ist das Nierenfilter nicht durchlässig für Eiweiß. Im Falle einer Schädigung z.B. durch Einlagerung von Zucker in die Eiweißmembran, ändert sich das Filter und wird "porös". Eine spezielle Behandlungsmöglichkeit für die Nephropathie gibt es nicht, um so wichtiger ist ihre Verhütung durch gute Stoffwechselergebnisse. Nicht selten führen Nierenerkrankungen zu Erhöhungen des Blutdrucks, der seinerseits wiederum zu einer zusätzlichen Nierenschädigung führen kann. Aus diesem Grunde ist eine Normalisierung erhöhter Blutdruckwerte beim Diabetiker von ganz besonderer Bedeutung. |
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| Nervenleitgeschwindigkeit | Geschwindigkeit mit der ein Nerv eine Erregung an ein bestimmtes Zielorgan weiterleitet. Nerven sind vergleichbar mit Elektrokabeln. Sie leiten "Befehle", die als elektrische Erregungen im Zentrum (Gehirn) entstehen, in die Erfolgsorgane (z.B. Muskeln) weiter und lösen so eine Erregung aus. Ist ein Nerv (z.B. bei diabetischer Neuropathie) beschädigt, so verringert sich die Geschwindigkeit mit der Impulse weitergeleitet werden können. Somit ist die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, die meist an einem Beinnerven vorgenommen wird, eine wichtige Methode zum Nachweis einer Neuropathie. |
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| Neuritis | Entzündung eines Nerven. |
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| Neuropathie, diabetische | Nervenschädigung verursacht durch Diabetes mellitus. Geschädigt werden sowohl Nerven, die für die Muskelbewegung (motorische Nervenfasern), für das Fühlen (sensible Nervenfasern) wie auch solche, die für die nervale Versorgung der inneren Organe zuständig sind (Autonomes Nervensystem). Je nach Befall der Nerven bildet sich ein unterschiedliches klinisches Bild aus: es können Muskellähmungen entstehen (motorische Neuropathie), Empfindungsstörungen, Kribbeln, Ameisenlaufen, Schmerzen, Taubheitsgefühl (sensible Neuropathie) oder ein Mischbild von beiden (sensomotorische diabetische Neuropathie). Die Schädigung der Nervenversorgung innerer Organe (z.B. des Herzens oder des Darmes) wird als autonome Neuropathie bezeichnet. Sie führt zu Störungen der Herzfunktion des Magen-Darmtraktes (z.B. Verzögerung der Magenentleerung), der Harnblase, der Schweißbildung und andere mehr. Im Rahmen einer autonomen Neuropathie kommt es aber auch, und dies ist für den Diabetiker besonders bedeutsam, zu einer Verminderung der Gegenregulation nach Unterzuckerung. Dieser Umstand führt dazu, daß nach langjähriger Diabetesdauer Unterzuckerungen oft nicht oder erst verspätet bemerkt werden.Der exakte Entstehungsmechanismus der diabetischen Nervenschädigung ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Sicher ist aber, daß überhöhte Blutzuckerwerte, d.h. ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus eine entscheidende Rolle spielen. Einerseits führen hohe Blutzuckerwerte zu einer Verarmung des Nerven an für seine Funktion wichtigen Stoffen, zum anderen verursacht eine Zuckeraufnahme in die Eiweißbestandteile des Nerven, wie sie bei hohen Blutzuckerwerten möglich ist, eine direkte Nervenschädigung. Das Auftreten der diabetischen Neuropathie hängt eng mit der Diabetesdauer zusammen. Bei sehr schlechter Stoffwechseleinstellung wurden jedoch schwere Neuropathien bereits nach wenigen Jahren Diabetesdauer beobachtet. Die beste Behandlungsmöglichkeit der diabetischen Neuropathie ist eine optimale Diabeteseinstellung, z.B. im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie wie auch durch den Einsatz der Insulinpumpe. |
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| NIDDM |
Insulinunabhängiger Diabetes mellitus ("non insulin dependent diabetes mellitus". Diabetes, der ohne Insulin behandelt werden kann, v.a. Typ-2-Diabetes, ehe er nach längerer Dauer oder bei Auftreten von Spätkomplikationen evtl. insulinpflichtig wird.
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| Niereninsuffizienz | Unfähigkeit der Nieren die normale Ausscheidungsfunktion für Wasser und giftige Stoffwechselprodukte aufrechtzuerhalten. Zwangsläufig kommt es durch die verminderte Ausscheidung zu einer erhöhten Konzentration sogen. harnpflichtiger Substanzen im Organismus, was im fortgeschrittenen Stadium zu einer "Nierenvergiftung" führt. In diesem Stadium ist ein Weiterleben nur durch den Einsatz der "künstlichen Niere" (Dialysebehandlung) möglich. Zu den harnpflichtigen Substanzen zählt u.a. auch das Kreatinin, dessen Anstieg über den Normbereich Rückschlüsse zuläßt auf die Minderung der Nierenfunktion. Eine Niereninsuffizienz kann akut (z.B. bei Vergiftungen), aber auch chronisch im Rahmen langsam verlaufender Nierenerkrankungen (z.B. chronische Nierenbeckenentzündung) auftreten. |
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| Nierenschwelle | Normalerweise ist der Urin zuckerfrei. Erst ab einem gewissen "Schwellenwert", nämlich ab einem Blutzuckerwert von 180 mg/dl und höher (= Nierenschwelle) scheidet die Niere Glucose aus (gleichsam einem überlaufenden Faß). Die Nierenschwelle liegt nicht bei jedem Menschen gleich hoch, sondern zeigt individuelle Unterschiede. So kann sie z.B. bei Schwangeren deutlich unter, bei älteren Menschen deutlich über 180 mg/dl liegen. Im ersten Fall hätte dies zur Folge, daß Harnzuckerausscheidungen bereits deutlich unter 180 mg/dl Blutzucker auftreten können; ist die Nierenschwelle erhöht, (z.B. auf 200 mg/dl) treten erst bei diesem Zuckerwert Ausscheidungen auf. |
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| Normalinsulin | Gelegentlich verwendeter Begriff für Altinsulin (also kurzwirkendes Insulin). |
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| Normoglykämie | Im Normbereich liegende Blutzuckerwerte. Normoglykämie d.h. normale Blutzuckerwerte zu erreichen, ist heute das Therapieziel bei allen Typ-1- und jüngeren Typ-2-Diabetikern. |
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| NPH-Insulin | Verzögerungsinsulin (siehe dort). Durch den Zusatz von Protamin wird eine verzögerte Resorption des gespritzten Insulins bewirkt. NPH = Neutral-Protamin-Hagedorn, benannt nach Hagedorn, der das Protamininsulin 1936 entwickelte. Protamin verhindert die Löslichkeit des Insulins bei neutralem pH-Wert. NPH-Insulin kann als Monopräparat verwendet werden oder mit Altinsulin gemischt werden. |
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| Null-Diät | Heute nicht mehr verwendete drastische Methode zur Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen. Hierbei werden keinerlei Kalorien, sondern lediglich kalorienfreie Flüssigkeiten verabreicht. Null-Diäten werden heute nicht mehr durchgeführt, da diese Behandlungsform aufgrund einer dabei möglicherweise entstehenden Übersäuerung des Blutes, insbesondere für ältere Menschen zu große Risiken birgt. |
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| Nüchternblutzucker(NBZ) | = im nüchternen Zustand morgens abgenommener Blutzuckerwert. Der NBZ des Stoffwechselgesunden liegt normalerweise unter 100 mg/dl. |
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| Obesitas | = Fettsucht = Vermehrung des Fettgewebes. |
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| Oedem | Ansammlung von aus den Gefäßen ausgetretener Flüssigkeit in die Gefäß-umgebenden Gewebe (z.B. Haut, Schleimhaut, Lunge). Die Krankheitsbilder, die zur Ödembildung führen können sind vielfältig: Herzschwäche, Venenerkrankung, Erkrankungen der Lymphbahnen, Eiweißmangel usw. Bei Herzerkrankungen führt eine Herzmuskelschwäche zu einer Verminderung der Pumpleistung des Herzens. Hieraus resultiert eine Verlangsamung des Blutstromes, wodurch es zu einem Austritt von Flüssigkeit aus den Blutgefäßen kommt. Auch bei Krampfadern liegt letztlich eine Verlangsamung des Blutstromes der Ödembildung zu Grunde. Harmlose Ödemursachen sind hormonelle Schwankungen z.B. im normalen Regelzyklus der Frau. Auch Hitze, langes Stehen, langes Sitzen, kann zu Wasseraufnahme in den Beinen führen. |
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| OGTT |
Oraler Glucosetoleranztest. Testablauf: Verabreichung von 75 g Traubenzucker. Blutzuckermessungen in 15-minütigen Abständen bis mindestens 2 Stunden (manchmal bis 4 Stunden) nach Testbeginn. Sinn der Untersuchung ist es, eine Verwertungsstörung für Traubenzucker (eine sogen. Glucosetoleranzstörung) aufzudecken. Diese ist anzunehmen, wenn der Blutzucker 2 Stunden nach Testbeginn höher als 140 mg/dl liegt. Liegt er über 200 mg/dl, handelt es sich bereits um einen manifesten Diabetes mellitus. Besteht von vornherein aufgrund erhöhter Nüchternblutzuckerwerte ausreichender Verdacht auf das Vorliegen eines Diabetes mellitus, so ist die Durchführung eines OGTT wenig sinnvoll, da ansonsten starke Blutzuckeranstiege resultieren können.
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| Open-Loop-System | Wörtlich übersetzt: System der offenen Schleife. Der Begriff steht für die z.Zt. verwendeten handelsüblichen Insulinpumpensysteme. Diese sind nach entsprechender Programmierung in der Lage Insulin zu injizieren. Die Insulinabgabe erfolgt dabei entweder über einen längeren Zeitraum (Basalrate) oder als Stoß-Injektion (Bolus). Open-Loop-Systeme sind lediglich in der Lage, Insulin zu injizieren; die Fähigkeit Blutzuckermessungen durchzuführen, um die jeweilige Insulindosis angepaßt festzulegen, besitzen sie nicht. Die Blutzuckermessung wird außerhalb des Systems durch den Patienten vorgenommen. Somit sind die derzeitigen Insulinpumpensysteme offene Systeme, d.h. die zur Komplettierung notwendige Blutzuckermessung wird außerhalb des Systems sichergestellt. Geschlossene Systeme wären solche, bei denen eine (möglicherweise implantierte) Inuslinpumpe über einen im Blut oder Gewebe liegenden Glucosefühler (Sensor) zur aktuellen Blutzuckerbestimmung befähigt ist. Diese vom Glucose-Sensor gemessenen Blutzuckerwerte würden dann vom System aufgenommen und mit dem Resultat einer selbständigen blutzuckerangepaßten Insulinabgabe verwertet. Die Anwendung solcher geschlossener Systeme ist derzeit noch nicht möglich, da die Bereitstellung der erforderlichen Glukosefühler zur zuverlässigen Blutzuckermessung ein bislang technisch nicht lösbares Problem darstellt. |
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Glossary V2.0 |