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Diabetes - Wörterbuch
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Begriff Definition
UrinzuckerGehalt des Urins an Glucose. Nach Überschreiten einer bestimmten Blutzuckerhöhe (sogen. Nierenschwelle, siehe dort), die in der Regel um 180 mg/dl liegt, kommt es zur Ausscheidung von Glucose in den Urin. Die Harnzuckerbestimmung erlaubt eine grobe Orientierung der Blutzuckerhöhe, ist aber als alleinige Kontrolle zur Überwachung der Stoffwechsellage ungeeignet.
 
VeneBlutgefäß, in welchem das Blut zum Herz hin transportiert wird. In den Venen herrscht in aller Regel ein niedriger Blutdruck, deswegen wird das venöse System auch Niederdruck-System genannt.
 
Verschlußkrankheit, arterielleIm Rahmen der allgemeinen Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) eintretende Verengung der Schlagadern der Arme und insbesondere der Beine. Durch die Verengung der Gefäße resultiert ein verminderter Blutfluß und damit eine Minderversorgung des Gewebes (besonders der Muskeln) mit Sauerstoff. In den Beinen macht sich der Sauerstoffmangel beim Gehen durch heftige Schmerzen in den Waden (Claudicatio intermittens) bemerkbar, der oft zum Stehenbleiben zwingt und dann rasch verschwindet. Im Extremfall verschließt sich das Gefäß völlig, was zum Absterben des nicht mehr ausreichend versorgten Gewebes führen kann. Die wichtigste Ursache der arteriellen Verschlußerkrankung ist das Zigarettenrauchen, vor allem dann, wenn andere Risikofaktoren wie Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus vorliegen.
 
VerzögerungsinsulinInsulin, das unter bestimmten Voraussetzungen längere Zeit an der Injektionsstelle im Gewebe verbleiben kann und nur verzögert in die Blutbahn gelangt. Da es wie ein "Depot" längere Zeit an Ort und Stelle verbleibt, spricht man auch von Depot-Insulin. Der Depot-Effekt wird durch unterschiedliche Verfahren erreicht: zumeist werden den Insulinen Substanzen zugemischt, die aus kurzwirkenden langwirkende Insuline machen. Dabei findet Protamin am häufigsten Verwendung. Hierbei handelt es sich um einen Eiweißkörper aus Fischsperma. Die Verwendung von Protamin als Depotstoff führt zur Bildung von mittellang wirkenden Insulinen (Intermediär-Insuline). Durch die Beimengung von Zink erhalten die Insuline eine noch längere Wirkdauer.
 
VibrationsempfindenDie Vibrationswahrnehmung wird über die langen dicken Fasern der sensiblen Nerven geleitet. Im Unterschied dazu wird das Kalt-Warm-Empfinden über die kleinen dünnen Fasern der sensiblen Nerven geleitet. Der Ausfall des Vibrationsempfindens ist ein Frühsymptom der sensiblen Diabetischen Polyneuropathie (siehe dort). Geprüft wird das Vibrationsempfinden mit der neurologischen Stimmgabel nach Rydel und Seiffer (siehe Stimmgabeltest).
 
VirusSehr kleiner Krankheitserreger, der aufgrund einer fehlenden Zellstruktur nicht als "Lebewesen" im eigentlichen Sinne angesehen werden kann. Viren sind vielmehr biochemische Verbindungen, die sich nicht eigenständig vermehren können, sondern auf fremde Wirtsorganismen angewiesen sind. Die krankheitsauslösende Wirkung der Viren beruht darauf, daß sie Zellen des Wirtsorganismus zur eigenen Vermehrung "mißbrauchen". Diese Zellen stehen dem Wirtsorganismus dadurch nicht mehr zur Verfügung und sterben teilweise auch ab.
 
VirusinfektAnsteckende Erkrankung, die von Viren ausgelöst wird. Die Palette der Viruserkrankungen ist sehr breit und reicht von banalen (Schnupfen) bis zu lebensbedrohlichen Krankheiten (z.B. AIDS). Auch die ansteckende Gelbsucht (Hepatitis) wird überwiegend durch Viren ausgelöst. Die Frage, welche Rolle Virusinfekte in der Entstehung des Typ-1-Diabetes spielen, ist noch nicht genau geklärt. Nach dem derzeitigen Wissensstand kann Typ-1-Diabetes von bestimmten Viren (z.B. Influenza, Mumps-Viren) mitverursacht werden. Daß ein Virusinfekt nicht alleine einen Typ-1-Diabetes auslöst, gilt als sicher. Es ist wahrscheinlich, daß durch Virusinfekte die Bildung von Antikörpern gegen Inselzellen in Gang kommt. - Normalerweise ist die Antikörperbildung eine sinnvolle Maßnahme zur zielgerichteten Abwehr körperfremder Strukturen. Im Falle der Autoimmunerkrankungen, zu denen der Typ-1-Diabetes offenbar zählt, kommt es zur Bildung von fehlgerichteten Antikörpern gegen eigene Strukturen (in diesem Fall die eigenen Inselzellen, die dadurch zerstört werden). Möglicherweise werden diese Vorgänge durch Virusinfekte in Gang gebracht.
 
VitamineIn kleinsten Mengen wirkende lebensnotwendige Nährstoffe. Die meisten Vitamine wirken als Bestandteile von Substanzen, die in der Steuerung des Stoffwechsels wichtige Funktionen haben. Unzureichende Aufnahme von Vitaminen führt zu Mangelerscheinungen (z.B. Rachitis, Blutarmut, Blutgerinnungsstörungen). In manchen Fällen liegt der Vitaminmangelkrankheit aber auch eine unzureichende Aufnahme der Vitamine über den Darm zugrunde (z.B. bei chron. Darmentzündungen).
 
VitrektomieAugenärztliches Operationsverfahren zur Entfernung des Glaskörpers des Auges. Notwendig wird diese Maßnahme z.B., wenn durch Einblutung in den Glaskörper und begleitende oder nachfolgende Gefäßeinsprossung im Rahmen einer diabetischen Augenveränderung nicht mehr rückbildungsfähige Sehverschlechterungen entstehen.
 
VLDL very low density lipoprotein = Bestandteil der Blutfette. Die Fette werden nach ihrem Wanderungsverhalten im elektrischen Feld eingeteilt in Fette hoher (HDL), niedriger (LDL) und sehr niedriger Dichte (VLDL). Die VLDL bestehen zum größten Teil aus Triglyceriden (Neutralfette) und sind regelmäßig bei der häufigsten Fettstoffwechselstörung des Erwachsenen (dem Typ IV) erhöht. Die Bildung von VLDL wird durch kohlenhydratreiche Mahlzeiten und Alkohol verstärkt.
 
Wachstumshormon= STH = somatotropes Hormon = Hormon aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Sehr wichtiges Stoffwechselhormon, dem die Steuerung des Organwachstums obliegt. Fehlerhafte Bildung des Hormons in der Wachstumsphase des Menschen führt zu erheblichen Störungen: im Falle des Mangels kommt es zum Zwergwuchs, bei übermäßiger Bildung zum Riesenwuchs. Wachstumshormon gehört zu den diabetogenen Hormonen, d.h. es hat eine blutzuckersteigernde Wirkung. Ein intensiver Reiz zur Ausschüttung des Hormons ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie). Wachstumshormon zählt daher auch zu den "Gegenregulationshormonen", d.h. zu den Hormonen, die im Falle der Unterzuckerung für einen (dann aber oft ungezügelten) Wiederanstieg der Blutglucose sorgen. Hohe morgendliche Wachstumshormonspiegel werden ferner für das Dawn-Phänomen verantwortlich gemacht (siehe dort).
 
WHOWeltgesundheitsorganisation. Institution der Vereinten Nationen.
 
XanthomeGutartige kleine Hautknötchen, die vor allem im Bereich des Kopfes (um die Augen herum) auftreten. Sie bestehen z.T. aus Fett und weisen in der Regel auf das Vorliegen einer Fettstoffwechselstörung hin.
 
Xylit= zu den Zuckeraustauschstoffen zählendes Süßmittel (siehe dort). Chemisch ist es ein Alkohol, der auch im normalen Zuckerhaushalt des Menschen als Zwischenprodukt auftaucht. Wird im Körper insulinunabhängig verstoffwechselt. Xylit findet sowohl als Süßmittel in Lebensmitteln wie auch zur Kohlenhydrat-Infusionstherapie Verwendung.
 
ÜbergewichtÜber der "Norm" liegendes Körpergewicht. Das Normal- oder Sollgewicht errechnet sich nach der Broca-Formel: Normalgewicht = Körpergröße in cm minus 100. Übergewicht ist anzunehmen, wenn das Normalgewicht um mehr als 10% überschritten wird.
 
ZielblutzuckerBegriff aus der intensivierten Insulintherapie. Als Zielblutzucker (der für jeden Patienten individuell definiert werden muß) wird der angestrebte Blutzucker vor dem Essen genannt. Ist dieser sogenannt präprandiale Blutzucker deutlich höher als der angestrebte Ziel-Blutzucker, wird entsprechend durch eine höhere Insulininjektion korrigiert (siehe auch Korrekturfaktor, Basis-Boluskonzept, ICT).
 
Zuckeraustauschstoffe= natürlich vorkommende Süßstoffe. Hierzu zählen Fructose (Fruchtzucker), Sorbit und Xylit. Zuckeraustauschstoffe haben eine hohe Süßkraft. Ihre wichtigste Eigenschaft liegt darin, daß sie nach Aufnahme in die Blutbahn nicht den Blutzucker erhöhen und ihre Verstoffwechselung weitgehend insulinabhängig erfolgt. Aufgrund ihres hohen Kaloriengehaltes (1 g Sorbit = 1 g Fructose = 1 g Zucker = 4,2 Kcal.) müssen Zuckeraustauschstoffe in der Diabetesdiät als BE ("neue BE") berücksichtigt werden (12 g Sorbit = 12 g Fructose = 1 BE). Dies gilt ganz besonders für übergewichtige Typ-2-Diabetiker. Das Anrechnen der insulinunabhängig verstoffwechselten Zuckeraustausch-BE auf die Diät des insulinpflichtigen Diabetikers kann zu Problemen führen: besteht bei unveränderter Insulindosis ein Teil der aufgenommenen Kohlenhydrate aus insulinabhängigen Zuckeraustausch-BE für die insulinabhängig zu verstoffwechselnde BE weggelassen werden, so entsteht die Gefahr der Unterzuckerung (Hypoglykämie).
 
ZuckerersatzstoffSüßmittel, die im Gegensatz zu den Zuckeraustauschstoffen fast keine Kalorien enthalten und daher in der Diabetesdiät nicht berücksichtigt werden. Hierzu zählen Saccharin, Asparmate, Zyklamat.
 
ZwischenmahlzeitZwischen die Hauptmahlzeit eingeschobene Mahlzeit mit meist niedrigem BE-Gehalt. Die Zwischenmahlzeit dient bei starrem Insulinregime (1- oder 2-malige Insulininjektion einer nicht blutzuckeradaptierten Insulindosis) der Vermeidung von Unterzuckerungen.
 
ÄtiologieLehre von der Ursache von Krankheiten.
 


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